wir sind eine kleine Familie, die ein Passivhaus gebaut hat. Hier teilen wir unsere Erfahrungen mit :)
Donnerstag, 20. April 2017
Bodenplatte
Endlich!!
nach einer langen Vorbereitungsarbeit mit Planung, Finanzierung und der mühsamen Baugenehmigung konnten wir bauen.
Wir Leben Haus - unsere Baufirma stellt keine Bodenplatten her, hat uns aber geholfen, einen Anbieter dafür zu finden.
Wir hatten Glück! 😃😄
Wir beauftragten eine richtig solide Firma mit der Bodenplatte- und Erdarbeiten. Alle Aufgaben wurden fristgemäß, ordentlich und vorbildlich ausgeführt. Es gab keine Beanstandungen seitens unserer Baufirma noch unseres Baubegleiters.
Wir empfehlen das Bauunternehmen gerne weiter :)
Wie früher beschrieben, bauen wir ein Haus ohne Keller. Die Bodenplatte sollte eigentlich mit Schaumglasschotter gedämmt werden. Ich empfehle jedem das Schaumglas, weil es eine tragende, isolierende und kapillarbrechende Schicht gleichzeitig bildet. Es ist im Gegensatz zum Styropor unverrottbar, wird nicht von Tieren und Insekten gefressen oder als Nest genutzt.
Leider müssten wir laut Berechnungen, eine 90 cm dicke Schickt davon verbauen. Es war uns schlicht und einfach zu teuer :(
Um bessere Werte zu erzielen, haben wir die Stärke von Styropor von 2 x 14 cm auf 2 x 16 cm erhöht. Der Arbeitsaufwand blieb der gleiche, die Materialkosten haben sich um etwa 1.000 Euro verteuert.
Herr Bohnert hat für uns noch die Streifenfundamente für die Betongarage und ein Podest für die spätere Fahrradbox vorbereitet.
Hier sind die Fotos von der Baustelle:
made by Bohnert
Bauunternehmen
Wie haben wir ein Bauunternehmen für ein Passivhaus gefunden?
Mein Mann tendierte zu einem Massivhaus.
Ich war offen, wollte einfach Angebote holen und mich überzeugen lassen.
Wir haben mehrere Firmen kontaktiert.
Es gab drei Sorten von Bauunternehmen:
1. Manche gaben schon am Telefon zu, dass sie keine Passivhäuser bauen.
Vielen Dank dafür! So erspart man sich viel Zeit und Mühe auf beiden Seiten.
Der Grund dafür ist denkbar einfach: es gibt wenige Bauherren, die auf ein Passivhausstandard bestehen. Dessen Planung und Ausführung erfordert mehr Sorgfalt. Die Bauteile wie Fenster oder Eingangstüren müssen sehr hochwertig sein, die Dämmschicht stärker. Dazu kommt eine hochwertige Lüftungsanlage. Solange die Nachfrage gering ist und die Vorschriften niedrigere Standards erlauben, müssen sich die Baufirmen mit dem Thema nicht auseinandersetzen.
2. Die Baufirmen, die ein Passivhaus versprechen, sich damit aber nicht auskennen.
Es mangelt am Wissen. Die Architekten und Bauingenieure lernen es nicht an der Hochschule, sondern erst später entweder in der Praxis oder am Passivhaus Institut in Darmstadt. Deshalb nur wenige Architekten oder Bauingenieure wissen, worauf es ankommt.
Aus Angst vor zu hohen Kosten haben wir uns gegen ein Architektenhaus entschieden.
Ich bin davon ausgegangen, dass wir mehrere Anbieter finden werden, die eine Art rund-um-sorglos-Paket zum festen Preis anbieten. Zugegeben, es war naiv von mir.
Je mehr Gespräche wir geführt haben, desto schneller war klar, welche Bauunternehmen dem Standard nicht gewachsen sind. Nicht nur die Verkäufer, auch manche Architekten hatten einfach keine Ahnung.
Ihre Geschäfte laufen trotzdem gut. Die meisten Bauherren kennen sich damit nicht aus und bringen den Firmen/Leuten viel Vertrauen entgegen. Je detaillierter die Fragen, desto größer war die Verwunderung und das Unverständnis bei den Anbietern.
So konnten wir aber entscheiden, mit wem wir definitiv nicht bauen wollen.
Wenn Sie Zweifel haben, fragen Sie einfach nach bereits zertifizierten Passivhäuser, die der Anbieter als Referenz zeigen könnte.
3. Es blieben nur ein paar gute Baufirmen übrig. Natürlich haben wir auch die Preise verglichen.
Ausschlaggebend waren aber die Bedingungen:
- hat die Baufirma Erfahrung mit Passivhäusern? Zertifizierte Passivhäuser?
- wie gut schneiden ihre Häuser bei dem Blower Door Test ab? Je niedriger der Wert desto besser. Beim Passivhaus darf n50-Wert nicht höher sein als 0,6 1/h. Optimal wäre 0,4 und weniger.
- wir wollten zwei Vollgeschosse und ein Walmdach (wegen der PV Anlage)
- wie ist der Wandaufbau und der U Wert der Wand? Je weniger desto besser. Also U unter 0,15 W/(m2K)
- wie wird die Bodenplatte gedämmt? Gibt es Wärmebrücken in dem Bereich? wird die Bodenplatte von der Baufirma ausgeführt?
- die Dach- oder Deckendämmung, welche U Werte werden erreicht? Optimal U unter 0,12
- die Uf Werte der Fensterrahmen? Am besten U 0,8 und weniger (bitte nicht mit den Uw oder Ug Werten verwechseln!) Hat der Anbieter Passivhaus geeignete Hebe-Schiebe-Türen?
- der Ud Wert der Haustür, am besten unter 0,8
- Fußbodenheizung, die Luftwasserwärmepumpe von Alpha Innotec
- Lüftungsanlage von Paul mit einem Vorheizregister und Telefonieschalldämpfer
- Abwasserrohr von Wagner Solar
- flexible Planung
- das Haus wird zertifiziert
- kurze Bauzeit
Da die Planung sowieso lange dauert, sollte die Bauzeit so kurz sein wie möglich. Je länger die Bauphase, desto größer ist die finanzielle Doppelbelastung durch die Miete und den Kredit.
Aus Zeitgründen haben wir uns auf ein Fertighaus geeinigt.
Wir bedankten uns für die attraktiven Angebote von Deura und IMC, die Massivhäuser errichten.
Wir wählten zwischen den Angeboten von Streif, Elk und Wir Leben Haus.
Für Wir Leben Haus sprach:
- Erfahrung mit zertifizierten Passivhäusern
- ein kleines Unternehmen, mit wenigen Ansprechspartnern. wir werden von Herrn Kleinhenz und Herrn Heid betreut. Beide sind sehr zuvorkommend, geduldig und offen auf unsere Vorschläge.
- massive Holzwand, damit hat das Haus mehr Speicherkapazität als ein Holzständerhaus. Es verbessert sich die Akustik des Hauses. Es gibt kein Risiko, dass die Mineralwolle oder Glaswolle in der Wand mit der Zeit nach unten verrutscht. Oder dass die sehr wichtige Dampfsperre beschädigt wird, und dadurch Schimmel entsteht.
Mein Mann tendierte zu einem Massivhaus.
Ich war offen, wollte einfach Angebote holen und mich überzeugen lassen.
Wir haben mehrere Firmen kontaktiert.
Es gab drei Sorten von Bauunternehmen:
1. Manche gaben schon am Telefon zu, dass sie keine Passivhäuser bauen.
Vielen Dank dafür! So erspart man sich viel Zeit und Mühe auf beiden Seiten.
Der Grund dafür ist denkbar einfach: es gibt wenige Bauherren, die auf ein Passivhausstandard bestehen. Dessen Planung und Ausführung erfordert mehr Sorgfalt. Die Bauteile wie Fenster oder Eingangstüren müssen sehr hochwertig sein, die Dämmschicht stärker. Dazu kommt eine hochwertige Lüftungsanlage. Solange die Nachfrage gering ist und die Vorschriften niedrigere Standards erlauben, müssen sich die Baufirmen mit dem Thema nicht auseinandersetzen.
2. Die Baufirmen, die ein Passivhaus versprechen, sich damit aber nicht auskennen.
Es mangelt am Wissen. Die Architekten und Bauingenieure lernen es nicht an der Hochschule, sondern erst später entweder in der Praxis oder am Passivhaus Institut in Darmstadt. Deshalb nur wenige Architekten oder Bauingenieure wissen, worauf es ankommt.
Aus Angst vor zu hohen Kosten haben wir uns gegen ein Architektenhaus entschieden.
Ich bin davon ausgegangen, dass wir mehrere Anbieter finden werden, die eine Art rund-um-sorglos-Paket zum festen Preis anbieten. Zugegeben, es war naiv von mir.
Je mehr Gespräche wir geführt haben, desto schneller war klar, welche Bauunternehmen dem Standard nicht gewachsen sind. Nicht nur die Verkäufer, auch manche Architekten hatten einfach keine Ahnung.
Ihre Geschäfte laufen trotzdem gut. Die meisten Bauherren kennen sich damit nicht aus und bringen den Firmen/Leuten viel Vertrauen entgegen. Je detaillierter die Fragen, desto größer war die Verwunderung und das Unverständnis bei den Anbietern.
So konnten wir aber entscheiden, mit wem wir definitiv nicht bauen wollen.
Wenn Sie Zweifel haben, fragen Sie einfach nach bereits zertifizierten Passivhäuser, die der Anbieter als Referenz zeigen könnte.
3. Es blieben nur ein paar gute Baufirmen übrig. Natürlich haben wir auch die Preise verglichen.
Ausschlaggebend waren aber die Bedingungen:
- hat die Baufirma Erfahrung mit Passivhäusern? Zertifizierte Passivhäuser?
- wie gut schneiden ihre Häuser bei dem Blower Door Test ab? Je niedriger der Wert desto besser. Beim Passivhaus darf n50-Wert nicht höher sein als 0,6 1/h. Optimal wäre 0,4 und weniger.
- wir wollten zwei Vollgeschosse und ein Walmdach (wegen der PV Anlage)
- wie ist der Wandaufbau und der U Wert der Wand? Je weniger desto besser. Also U unter 0,15 W/(m2K)
- wie wird die Bodenplatte gedämmt? Gibt es Wärmebrücken in dem Bereich? wird die Bodenplatte von der Baufirma ausgeführt?
- die Dach- oder Deckendämmung, welche U Werte werden erreicht? Optimal U unter 0,12
- die Uf Werte der Fensterrahmen? Am besten U 0,8 und weniger (bitte nicht mit den Uw oder Ug Werten verwechseln!) Hat der Anbieter Passivhaus geeignete Hebe-Schiebe-Türen?
- der Ud Wert der Haustür, am besten unter 0,8
- Fußbodenheizung, die Luftwasserwärmepumpe von Alpha Innotec
- Lüftungsanlage von Paul mit einem Vorheizregister und Telefonieschalldämpfer
- Abwasserrohr von Wagner Solar
- flexible Planung
- das Haus wird zertifiziert
- kurze Bauzeit
Da die Planung sowieso lange dauert, sollte die Bauzeit so kurz sein wie möglich. Je länger die Bauphase, desto größer ist die finanzielle Doppelbelastung durch die Miete und den Kredit.
Aus Zeitgründen haben wir uns auf ein Fertighaus geeinigt.
Wir bedankten uns für die attraktiven Angebote von Deura und IMC, die Massivhäuser errichten.
Wir wählten zwischen den Angeboten von Streif, Elk und Wir Leben Haus.
Für Wir Leben Haus sprach:
- Erfahrung mit zertifizierten Passivhäusern
- ein kleines Unternehmen, mit wenigen Ansprechspartnern. wir werden von Herrn Kleinhenz und Herrn Heid betreut. Beide sind sehr zuvorkommend, geduldig und offen auf unsere Vorschläge.
- massive Holzwand, damit hat das Haus mehr Speicherkapazität als ein Holzständerhaus. Es verbessert sich die Akustik des Hauses. Es gibt kein Risiko, dass die Mineralwolle oder Glaswolle in der Wand mit der Zeit nach unten verrutscht. Oder dass die sehr wichtige Dampfsperre beschädigt wird, und dadurch Schimmel entsteht.
- auch Innenwände können aus Vollholz bestehen, dann gibt es keine Probleme mit schweren Wandschränken
- zufälligerweise hatte die Firma ausgerechnet die Wärmepumpe von Alpha Innotec sowie Lüftungsanlage von Paul im Programm
- flexible Planung
- obwohl die Firma noch nie ein Abwasserrohr von Wagner Solar verbaut hat, wurde es auf unseren Wunsch berücksichtigt
- lange Referenzliste. ich habe zwei ehemaligen Kunden aus der Liste angerufen, die die Firma Wir Leben Haus sehr gelobt und ausdrücklich empfohlen haben.
- übersichtliche Kostenplanung
- unsere zahlreichen Änderungsvorschläge wurden geduldig aufgenommen
Ob wir am Ende mit der Baufirma zufrieden sind, werden wir noch berichten.
Das Haus kommt ja bald!
- zufälligerweise hatte die Firma ausgerechnet die Wärmepumpe von Alpha Innotec sowie Lüftungsanlage von Paul im Programm
- flexible Planung
- obwohl die Firma noch nie ein Abwasserrohr von Wagner Solar verbaut hat, wurde es auf unseren Wunsch berücksichtigt
- lange Referenzliste. ich habe zwei ehemaligen Kunden aus der Liste angerufen, die die Firma Wir Leben Haus sehr gelobt und ausdrücklich empfohlen haben.
- übersichtliche Kostenplanung
- unsere zahlreichen Änderungsvorschläge wurden geduldig aufgenommen
Ob wir am Ende mit der Baufirma zufrieden sind, werden wir noch berichten.
Das Haus kommt ja bald!
Montag, 10. April 2017
Leitfaden für Anfänger
Hallo,
Ich habe mich lange nicht gemeldet. Haben wir aufgegeben? Nein!
Es ist wirklich viel passiert in den letzten Monaten. Wir haben schon vieles hinter uns.
Darüber schreibe ich im nächsten Post.
Hier und jetzt gibt es ein paar Tipps für die Leute, die erst planen zu bauen und nicht wissen, was auf sie zukommt. Was mache ich zuerst, was kommt danach?
Ein gewisses Fahrplan für Anfänger.
1.
Es fängt, wie so oft, mit dem Geld an. Jede Investition muss finanziert werden.
Wie viel Kapital haben Sie bereits: Ersparnisse, Bausparvertrag, eine Eigentumswohnung oder ein Baugrundstück, in manchen Fällen - die finanzielle oder tatkräftige Unterstützung der Familie?
Und wie viel Geld könnten/müssten Sie sich von der Bank leihen?
Insgesamt: wie teuer darf das Haus werden?
Es gibt dafür online Rechner, die grob eine Kredithöhe berechnen.
Ich gehe davon aus, dass Sie die volle Summe nicht haben und Ihr Bauvorhaben zumindest teilweise fremdfinanzieren müssen, dann:
Am einfachsten ist es festzustellen: wie hoch darf die monatliche Ratenhöhe sein?
Dazu rechnet man die heutige Belastung, also Ihre Mietkosten + die Nebenkosten, die später wegfallen werden. z.B. die Gaskosten wenn das Haus mit einer Wärmepumpe beheizt wird.
Die Nebenkosten fallen in einem Haus normalerweise höher aus als in einer Wohnung. Es liegt daran, dass unsere Wohnung teilweise von den Nachbarn mit beheizt wird und geringere Fläche hat. Eine Wohnung wird nur von innen beleuchtet. Das Haus und sein Garten haben auch Außenbeleuchtung.
Je größer der Garten desto mehr Wasser wird verbraucht.
Um solche Kosten im Rahmen zu halten, muss man in einen höheren energetischen Standard investieren, kauft nur noch LED Beleuchtung, installiert eine Photovoltaikanlage, sammelt Regenwasser (im kleinen Garten ist eine einfache Regentonne ausreichend).
Mit Blick auf die Nebenkosten, die ein Haus verursacht, wie hoch darf die monatliche Kreditrate sein? Können Sie die Kreditrate auch dann bedienen, wenn etwa die Hälfte, die Frau beisteuert und Kinder geplant sind?
Wie lange werden Sie den Kredit bedienen, hängt von der Tilgungsrate und Ihrem Alter ab. Der Kredit sollte bis zur Rente abbezahlt werden. Die Ausnahme: ein Haus in München.
Es lohnt sich einen Finanzberater zu treffen, der Ihnen eine erste grobe Schätzung gibt, ob Sie sich ein Bauvorhaben überhaupt leisten können. Er wird Sie nach Ihren Einkünften, aktuellen Krediten und Belastungen fragen. Dann berechnet er die mögliche monatliche Rate. Aus der Ratenhöhe, dem Zinssatz, der Tilgung und Ihrem Alter ergibt sich in etwa die maximale Höhe des Kredits. Natürlich kann man das Angebot ein wenig verbessern indem man die KfW Bank und regionale Finanzierungsprogramme mit einbezieht. Doch sollten die Kredithöhe und Ihre Ersparnisse viel geringer ausfallen als die Baukosten, müssen Sie den Traum aufs Eis legen. Die letzte Rettung wäre noch z.B. wenn eine Familie mit mindestens drei Kinder durch ihre Gemeinde finanziell unterstützt wird, viel Arbeit in Eigenleistung übernommen wird oder wenn Sie bereit sind ein Teil des Hauses zu vermieten um Ihre Finanzierung zu verbessern.
2.
Sie haben ein grünes Licht vom Finanzberater bekommen und wissen wie teuer das Haus sein darf.
Was kommt als nächstes?
Sie brauchen jetzt ein Grundstück.
Warum das?
Es macht oft keinen Sinn ein Haus zu planen, wenn das Grundstück fehlt. Sie müssen wissen, wo die Straße ist um die Einfahrt oder Ihre Garage zu planen. In welche Richtung kommt der Garten und die Terrassentür?
Suchen Sie nach Neubaugebieten in den Gemeinden, wo Sie wohnen möchten. Sie können auch durch die Gegend fahren und einfach nach den Eigentümer fragen. Gute Baugrundstücke in den gefragten Ballungsräumen werden selten im Internet angeboten.
Wenn Sie ein Passivhaus haben möchten, ist die Wahl des Grundstücks oft entscheidend.
Überhaupt wenn Sie ein Passivhaus planen, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt einen zertifizierten Passivhausplaner zu kontaktieren. Er kann Sie bei der Auswahl des Grundstücks unterstützen.
Hier finden Sie Ihren Fachplaner:
http://www.passivhausplaner.eu/mitgliederdatenbank.php
Das Haus darf im Süden nicht vom (auch zukünftigen) Nachbarhaus verschattet werden.
Schließlich gibt der Bebauungsplan von dem Gebiet ein paar Angaben vor, die einzuhalten sind: die Höhe des Hauses, wie viel Fläche darf bebaut werden, der Abstand zur Grenze, die Dachform, manchmal auch die Dach- und Wandfarbe, Denkmalschutz oder ähnliches.
Der Bauherr darf einen Antrag auf Befreiung/Abweichung/Ausnahme von den Festsetzungen stellen, muss aber auch mit einer Ablehnung rechnen.
In Neubaugebieten, da wo mehrere Grundstücke zur Auswahl stehen, bitte die Nord - Süd Richtung beachten!
Die Nordrichtung ist mit einem Pfeil markiert oder der Norden ist einfach "oben" auf dem Plan. Im Norden soll das Haus möglichst verschlossen bleiben. Dafür mit vielen Verglasungen öffnet sich Ihr Heim Richtung Süden. Das garantiert solare Gewinne und viel natürliches Licht. Damit wirken die Räume heller, größer und angenehmer. Natürlich muss man eine Verschattung für den Hochsommer einplanen, dazu später mehr.
Achten Sie darauf, dass Sie später durch Ihre großen Fenster nicht den Ausblick auf die Nachbargarage genießen dürfen. Der beste Platz für Ihre Garage ist nördlich vom Haus. Dort werden Sie kaum Fenster haben. Gleichzeitig schützt die Garage das Haus vor dem Nordwind (je nachdem wie windig der Bauplatz ist).
Sie haben das perfekte Grundstück gefunden.
Sie haben geprüft, ob das Grundstück im Grundbuch durch Hypotheken oder Nießbrauch belastet ist.
Kann man es kaufen oder nur pachten? Sie haben den Bebauungsplan gelesen und sich das Grundstück und seine Umgebung genau angeschaut. Sind Nachbarn, Bäume, Immobilien, Straßenanschluss, Höhenunterschiede oder Medien (Wasser, Strom, Gas, Internet, Telefon) vorhanden? Gibt es bereits ein Bodengutachten? Fahren Sie hin, wenn es lange geregnet hat. Steht das Wasser auf dem Grundstück?
Wenn alles geklärt ist, sollten Sie das Grundstück reservieren. Häufig wird für die Reservierung eine Gebühr fällig.
3.
erst dann können Sie ein Haus planen.
Zur Inspiration kann man sich viele Bauprojekte im Internet anschauen, die Kataloge von den Baufirmen holen, eine Musterhausaustellung besuchen.
Sie wissen wie viel Geld Sie investieren wollen, abzüglich des Grundstücks und der Baunebenkosten (min. 20.000 Euro).
Es ist zu klären:
A) Möchten Sie ein Massivhaus oder ein Fertighaus aus Holz? Es gibt noch andere Varianten, wie Haus aus Styropor oder dem Fertigbeton. Egal wie Sie sich entscheiden, ein Passivhaus kann in (fast) jeder Technik gebaut werden 😃
B) wie groß soll es sein? Mit oder ohne Keller? Auch ein Passivhaus muss beheizt werden. Wenn Sie beim Bauen und später Geld sparen wollen, sollte das Haus nicht zu groß geraten. Eine kompakte, einfache Form ist immer von Vorteil, da dadurch weniger Wärmebrücken entstehen und das Haus an sich leichter zu bauen ist. Einfache Form = weniger Baufehler.
C) Sie sollten sich fragen, ob die Küche im Osten oder im Westen sein sollte. Ich wollte sie unbedingt im Osten haben. Es ist halt angenehm, zum Frühstück den Sonnenschein zu genießen. Und wenn man später kocht, ist die Sonne schon weg. Dadurch heizt sich die Küche weniger auf. Ich will ja kochen und nicht gekocht werden 😉
Ob die Küche offen oder geschlossen wird, muss jeder für sich entscheiden. Es gibt auch halb offene Küchen. Einfach ein paar Kataloge durchblättern und im Internet nach Inspirationen suchen. Es lohnt sich schon jetzt ein Küchenstudio zu besuchen. Eine grobe Planung gibt Ihnen das Gefühl wie viel Platz Sie eigentlich für die Küche brauchen.
Die Speisekammer ist ein Raum, wo man die Vorräte, viele selten genutzte Küchenutensilien und die ganze Mülltrennung verstecken kann. Dadurch braucht man weniger Schränke in der Küche selbst und es fällt leichter die Ordnung zu halten. Sie sollte im Norden Platz finden.
Im Flur braucht man mindestens eine kleine Garderobe und die flachen, hohen Schuhschränke. Alles wo man die Sachen verstauen kann oder eine einfache Ablage. Eine kleine Sitzbank oder ein Hocker erleichtern sich die Schuhe anzuziehen.
Ich empfehle Ihnen Beleuchtung, die auf Bewegung reagiert. Gerade im Eingangsbereich, im Flur, im Treppenhaus, dem Hauswirtschaftsraum, der Waschküche sowie der Speisekammer. Es sind Räume, die Sie nur kurz betreten und häufig dabei die Hände voll haben. Wenn man in der Nacht oft zur Toilette geht, kann gedimmtes Licht die Abhilfe schaffen. Smart Home Systeme reagieren in der Nacht automatisch mit gedimmtem Licht. Es ist alles möglich 😃
Sie werden sich freuen, wenn Sie auf jeder Etage mindestens ein Badezimmer vorfinden. Wir planen unten ein Duschbad, um in Notfall oder im Alter keine Treppe laufen zu müssen.
Je nachdem wie groß Ihr Haus und Ihre Familie ist, stellt sich oft die Frage: will ich ein großes Wohnzimmer oder lieber noch ein Gäste/Schlaf/Arbeitszimmer im Erdgeschoss haben. Wir haben uns für beides entschieden. Momentan bauen wir ein großes Wohnzimmer mit der Option, später wenn nötig, schnell ein kleines Schlafzimmer abzutrennen. Dafür wird eine Türöffnung zu gemacht, werden getrennte Fußbodenheizungen verlegt und getrennte Lüftungskanäle berücksichtigt. Hätten wir das jetzt nicht eingeplant, wäre spätere Renovierung sehr kompliziert und kostspielig gewesen.
Manche Familien lassen sich die Leitungen für potenzielle Küche oder Bad oben/im Keller verlegen. Alles was man beim Bauen berücksichtigt, erspart Ihnen später viel Ärger und Geld. Das gilt vor allem für die Elektroinstallation, TV und Internet Anschlüsse.
Lieben Sie Sauna, haben aber kein Geld dafür? Legen Sie fest, wo und wie sie kommen könnte. Vielleicht realisieren Sie Ihren Traum in ein paar Jahren. Dafür braucht man heute nur die Anschlüsse.
Planen Sie Platz für Ihre Waschmaschine ein! Eventuell eine Abstellkammer. Besonders Häuser ohne Keller brauchen solche extra Stauräume.
4.
Sie haben Ihre Planung fertig. Sie wissen, was Sie brauchen. Jetzt suchen Sie sich einen Architekten oder eine Baufirma aus. Sie können Ihre grobe Planung verschiedenen Anbietern zur Kalkulation weiter geben. Dann sind die Angebote in etwa vergleichbar. Wundern Sie sich nicht, wenn manche Architekten oder Baufirmen Ihr Projekt korrigieren/verändern wollen. Manchmal aus einem guten Grund, wie Statik oder Erfahrung, was funktioniert und was nicht. Denken Sie gut über die Anregungen nach. Je mehr Leute Sie ansprechen, desto besser wird Ihr Projekt. Fragen Sie Ihre Freunde oder Familie. Es ist eine sehr wichtige Phase, da alle Änderungen noch aufgenommen werden können und auf dem Papier nichts kosten.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Planung! Wenn das Projekt schlecht wird, wird das Haus nicht besser! Wenn Sie Probleme mit einer normalen Zeichnung haben, bitten Sie um eine 3D Visualisierung. Manchmal sehen Sie dann, wo die Sonne auf- und untergeht. Es wäre schön wenn der Architekt dabei die Schatten von anderen Gebäuden verarbeitet. So prüfen Sie die eventuelle Verschattung Ihres Dachs für eine Photovoltaikanlage. Sprechen Sie mit einem Innenarchitekten Ihres Vertrauens. Vielleicht kann er noch gute Ratschläge erteilen bevor die Planung abgeschlossen ist. Stellen Sie sich vor, wie Ihr tägliches Leben in dem Haus aussehen wird. Fehlt es an etwas? Fühlt sich das richtig gut an?
Schließlich haben Sie sich für einen Architekten / eine Baufirma entschieden.
Worauf wir dabei geachtet haben, schreibe ich im nächsten Post.
Es lohnt sich andere Bauherren, die von dem Unternehmen oder dem Architekten ein Haus haben bauen lassen zu kontaktieren.
Wenn alles passt, werden die Kosten des Bauvorhabens zusammen gerechnet. Nicht nur das Haus, auch das Baugrundstück, die Erschließungskosten, Erdarbeiten, Fundamente (Keller oder Bodenplatte), das Haus, eine Photovoltaikanlage, Solarkollektoren, eine Garage, die Außenanlagen (Einfahrt, Terrasse, Zaun, Garten etc).
Sie dürfen nicht vergessen, dass Sie noch zusätzlich Notar- und Steuerkosten zu bezahlen haben, auch eine Zeit lang die doppelte Belastung aus Miete und Kreditraten tragen.
5.
Zum Schluss wird das geplante Gebäude für den KfW Standard und wenn gewünscht auch im PHPP vom Passivhausplaner berechnet. Die Hälfte der Kosten können Sie von der KfW Bank zurückbekommen.
6.
Ein spezieller Punkt für die Passivhaus Bauherren: lassen Sie Ihr Haus zertifizieren. Die Zertifizierung gibt Ihnen die Gewissheit, dass die Pläne und Berechnungen stimmen. Sie kostet um die 3.000 Euro und die Hälfte wird von der KfW Bank zurück erstattet. Wichtig: die Zertifizierung fängt vor dem Bauen an, indem die Baupläne überprüft und wenn nötig nachgebessert werden!
7.
Mit der Kostenzusammensetzung und dem KfW (und PHPP) Nachweis gehen Sie wieder zum Finanzberater.
Er berechnet die Kredithöhe und Rate mit aktuellem Zinssatz. Die Bank prüft jetzt Ihre Kreditwürdigkeit (Kontoauszüge, Lohnabrechnungen, Einnahmen, letzte Steuererklärung, Schufa).
Die KfW und PHPP Nachweise dienen der günstigen KfW Finanzierung (Nr. 153). Aktuell können Sie bis zu 100.000 Euro zum niedrigen Zinssatz bekommen sowie im Falle eines Passivhauses mit einer Photovoltaikanlage (KfW 40 +) bis zu 15.000 Euro Tilgungszuschuss.
Wenn der Finanzierungsbedarf hoch ist, wird das Wert des Hauses geschätzt.
Danach erhalten Sie ein Angebot von der Bank oder eine Absage. Im zweiten Fall wird eine andere Bank kontaktiert. Je mehr Banken absagen, desto schwieriger wird es.
Endlich ist Ihre Finanzierung gesichert.
8.
Sie kaufen das Grundstück beim Notar. Die Bank wird ins Grundbuch eingetragen.
9.
Sie machen eine Bemusterung und unterschreiben den Bauvertrag (legen Sie die Bauzeit fest und/oder legen Sie den Vertrag Ihrem Anwalt für Baurecht zur Überprüfung vor).
10.
Sie klären die Details ab, Ihre Garage, Außenanlagen sowie die Küche oder Photovoltaikanlage muss in der Planung berücksichtigt werden. Es wird die Baugenehmigung mit den ganzen Plänen beantragt. Sie kümmern sich um die Hausanschlüsse, Baustrom, Bauwasser usw.
11.
vielleicht suchen Sie noch einen Sachverständiger für die Baubegleitung (große Empfehlung von mir!)
12.
Endlich wird es gebaut!
Der ganze Vorgang dauert meistens viel länger als man denkt. Auch wenn Fertighäuser schnell gebaut werden, ihre sorgfältige Planung nimmt viel Zeit in Anspruch. Wir haben für all diese Punkte ein ganzes Jahr gebraucht.
Viel Erfolg 🍀👍
Ich habe mich lange nicht gemeldet. Haben wir aufgegeben? Nein!
Es ist wirklich viel passiert in den letzten Monaten. Wir haben schon vieles hinter uns.
Darüber schreibe ich im nächsten Post.
Hier und jetzt gibt es ein paar Tipps für die Leute, die erst planen zu bauen und nicht wissen, was auf sie zukommt. Was mache ich zuerst, was kommt danach?
Ein gewisses Fahrplan für Anfänger.
1.
Es fängt, wie so oft, mit dem Geld an. Jede Investition muss finanziert werden.
Wie viel Kapital haben Sie bereits: Ersparnisse, Bausparvertrag, eine Eigentumswohnung oder ein Baugrundstück, in manchen Fällen - die finanzielle oder tatkräftige Unterstützung der Familie?
Und wie viel Geld könnten/müssten Sie sich von der Bank leihen?
Insgesamt: wie teuer darf das Haus werden?
Es gibt dafür online Rechner, die grob eine Kredithöhe berechnen.
Ich gehe davon aus, dass Sie die volle Summe nicht haben und Ihr Bauvorhaben zumindest teilweise fremdfinanzieren müssen, dann:
Am einfachsten ist es festzustellen: wie hoch darf die monatliche Ratenhöhe sein?
Dazu rechnet man die heutige Belastung, also Ihre Mietkosten + die Nebenkosten, die später wegfallen werden. z.B. die Gaskosten wenn das Haus mit einer Wärmepumpe beheizt wird.
Die Nebenkosten fallen in einem Haus normalerweise höher aus als in einer Wohnung. Es liegt daran, dass unsere Wohnung teilweise von den Nachbarn mit beheizt wird und geringere Fläche hat. Eine Wohnung wird nur von innen beleuchtet. Das Haus und sein Garten haben auch Außenbeleuchtung.
Je größer der Garten desto mehr Wasser wird verbraucht.
Um solche Kosten im Rahmen zu halten, muss man in einen höheren energetischen Standard investieren, kauft nur noch LED Beleuchtung, installiert eine Photovoltaikanlage, sammelt Regenwasser (im kleinen Garten ist eine einfache Regentonne ausreichend).
Mit Blick auf die Nebenkosten, die ein Haus verursacht, wie hoch darf die monatliche Kreditrate sein? Können Sie die Kreditrate auch dann bedienen, wenn etwa die Hälfte, die Frau beisteuert und Kinder geplant sind?
Wie lange werden Sie den Kredit bedienen, hängt von der Tilgungsrate und Ihrem Alter ab. Der Kredit sollte bis zur Rente abbezahlt werden. Die Ausnahme: ein Haus in München.
Es lohnt sich einen Finanzberater zu treffen, der Ihnen eine erste grobe Schätzung gibt, ob Sie sich ein Bauvorhaben überhaupt leisten können. Er wird Sie nach Ihren Einkünften, aktuellen Krediten und Belastungen fragen. Dann berechnet er die mögliche monatliche Rate. Aus der Ratenhöhe, dem Zinssatz, der Tilgung und Ihrem Alter ergibt sich in etwa die maximale Höhe des Kredits. Natürlich kann man das Angebot ein wenig verbessern indem man die KfW Bank und regionale Finanzierungsprogramme mit einbezieht. Doch sollten die Kredithöhe und Ihre Ersparnisse viel geringer ausfallen als die Baukosten, müssen Sie den Traum aufs Eis legen. Die letzte Rettung wäre noch z.B. wenn eine Familie mit mindestens drei Kinder durch ihre Gemeinde finanziell unterstützt wird, viel Arbeit in Eigenleistung übernommen wird oder wenn Sie bereit sind ein Teil des Hauses zu vermieten um Ihre Finanzierung zu verbessern.
2.
Sie haben ein grünes Licht vom Finanzberater bekommen und wissen wie teuer das Haus sein darf.
Was kommt als nächstes?
Sie brauchen jetzt ein Grundstück.
Warum das?
Es macht oft keinen Sinn ein Haus zu planen, wenn das Grundstück fehlt. Sie müssen wissen, wo die Straße ist um die Einfahrt oder Ihre Garage zu planen. In welche Richtung kommt der Garten und die Terrassentür?
Suchen Sie nach Neubaugebieten in den Gemeinden, wo Sie wohnen möchten. Sie können auch durch die Gegend fahren und einfach nach den Eigentümer fragen. Gute Baugrundstücke in den gefragten Ballungsräumen werden selten im Internet angeboten.
Wenn Sie ein Passivhaus haben möchten, ist die Wahl des Grundstücks oft entscheidend.
Überhaupt wenn Sie ein Passivhaus planen, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt einen zertifizierten Passivhausplaner zu kontaktieren. Er kann Sie bei der Auswahl des Grundstücks unterstützen.
Hier finden Sie Ihren Fachplaner:
http://www.passivhausplaner.eu/mitgliederdatenbank.php
Das Haus darf im Süden nicht vom (auch zukünftigen) Nachbarhaus verschattet werden.
Schließlich gibt der Bebauungsplan von dem Gebiet ein paar Angaben vor, die einzuhalten sind: die Höhe des Hauses, wie viel Fläche darf bebaut werden, der Abstand zur Grenze, die Dachform, manchmal auch die Dach- und Wandfarbe, Denkmalschutz oder ähnliches.
Der Bauherr darf einen Antrag auf Befreiung/Abweichung/Ausnahme von den Festsetzungen stellen, muss aber auch mit einer Ablehnung rechnen.
In Neubaugebieten, da wo mehrere Grundstücke zur Auswahl stehen, bitte die Nord - Süd Richtung beachten!
Die Nordrichtung ist mit einem Pfeil markiert oder der Norden ist einfach "oben" auf dem Plan. Im Norden soll das Haus möglichst verschlossen bleiben. Dafür mit vielen Verglasungen öffnet sich Ihr Heim Richtung Süden. Das garantiert solare Gewinne und viel natürliches Licht. Damit wirken die Räume heller, größer und angenehmer. Natürlich muss man eine Verschattung für den Hochsommer einplanen, dazu später mehr.
Achten Sie darauf, dass Sie später durch Ihre großen Fenster nicht den Ausblick auf die Nachbargarage genießen dürfen. Der beste Platz für Ihre Garage ist nördlich vom Haus. Dort werden Sie kaum Fenster haben. Gleichzeitig schützt die Garage das Haus vor dem Nordwind (je nachdem wie windig der Bauplatz ist).
Sie haben das perfekte Grundstück gefunden.
Sie haben geprüft, ob das Grundstück im Grundbuch durch Hypotheken oder Nießbrauch belastet ist.
Kann man es kaufen oder nur pachten? Sie haben den Bebauungsplan gelesen und sich das Grundstück und seine Umgebung genau angeschaut. Sind Nachbarn, Bäume, Immobilien, Straßenanschluss, Höhenunterschiede oder Medien (Wasser, Strom, Gas, Internet, Telefon) vorhanden? Gibt es bereits ein Bodengutachten? Fahren Sie hin, wenn es lange geregnet hat. Steht das Wasser auf dem Grundstück?
Wenn alles geklärt ist, sollten Sie das Grundstück reservieren. Häufig wird für die Reservierung eine Gebühr fällig.
3.
erst dann können Sie ein Haus planen.
Zur Inspiration kann man sich viele Bauprojekte im Internet anschauen, die Kataloge von den Baufirmen holen, eine Musterhausaustellung besuchen.
Sie wissen wie viel Geld Sie investieren wollen, abzüglich des Grundstücks und der Baunebenkosten (min. 20.000 Euro).
Es ist zu klären:
A) Möchten Sie ein Massivhaus oder ein Fertighaus aus Holz? Es gibt noch andere Varianten, wie Haus aus Styropor oder dem Fertigbeton. Egal wie Sie sich entscheiden, ein Passivhaus kann in (fast) jeder Technik gebaut werden 😃
B) wie groß soll es sein? Mit oder ohne Keller? Auch ein Passivhaus muss beheizt werden. Wenn Sie beim Bauen und später Geld sparen wollen, sollte das Haus nicht zu groß geraten. Eine kompakte, einfache Form ist immer von Vorteil, da dadurch weniger Wärmebrücken entstehen und das Haus an sich leichter zu bauen ist. Einfache Form = weniger Baufehler.
C) Sie sollten sich fragen, ob die Küche im Osten oder im Westen sein sollte. Ich wollte sie unbedingt im Osten haben. Es ist halt angenehm, zum Frühstück den Sonnenschein zu genießen. Und wenn man später kocht, ist die Sonne schon weg. Dadurch heizt sich die Küche weniger auf. Ich will ja kochen und nicht gekocht werden 😉
Ob die Küche offen oder geschlossen wird, muss jeder für sich entscheiden. Es gibt auch halb offene Küchen. Einfach ein paar Kataloge durchblättern und im Internet nach Inspirationen suchen. Es lohnt sich schon jetzt ein Küchenstudio zu besuchen. Eine grobe Planung gibt Ihnen das Gefühl wie viel Platz Sie eigentlich für die Küche brauchen.
Die Speisekammer ist ein Raum, wo man die Vorräte, viele selten genutzte Küchenutensilien und die ganze Mülltrennung verstecken kann. Dadurch braucht man weniger Schränke in der Küche selbst und es fällt leichter die Ordnung zu halten. Sie sollte im Norden Platz finden.
Im Flur braucht man mindestens eine kleine Garderobe und die flachen, hohen Schuhschränke. Alles wo man die Sachen verstauen kann oder eine einfache Ablage. Eine kleine Sitzbank oder ein Hocker erleichtern sich die Schuhe anzuziehen.
Ich empfehle Ihnen Beleuchtung, die auf Bewegung reagiert. Gerade im Eingangsbereich, im Flur, im Treppenhaus, dem Hauswirtschaftsraum, der Waschküche sowie der Speisekammer. Es sind Räume, die Sie nur kurz betreten und häufig dabei die Hände voll haben. Wenn man in der Nacht oft zur Toilette geht, kann gedimmtes Licht die Abhilfe schaffen. Smart Home Systeme reagieren in der Nacht automatisch mit gedimmtem Licht. Es ist alles möglich 😃
Sie werden sich freuen, wenn Sie auf jeder Etage mindestens ein Badezimmer vorfinden. Wir planen unten ein Duschbad, um in Notfall oder im Alter keine Treppe laufen zu müssen.
Je nachdem wie groß Ihr Haus und Ihre Familie ist, stellt sich oft die Frage: will ich ein großes Wohnzimmer oder lieber noch ein Gäste/Schlaf/Arbeitszimmer im Erdgeschoss haben. Wir haben uns für beides entschieden. Momentan bauen wir ein großes Wohnzimmer mit der Option, später wenn nötig, schnell ein kleines Schlafzimmer abzutrennen. Dafür wird eine Türöffnung zu gemacht, werden getrennte Fußbodenheizungen verlegt und getrennte Lüftungskanäle berücksichtigt. Hätten wir das jetzt nicht eingeplant, wäre spätere Renovierung sehr kompliziert und kostspielig gewesen.
Manche Familien lassen sich die Leitungen für potenzielle Küche oder Bad oben/im Keller verlegen. Alles was man beim Bauen berücksichtigt, erspart Ihnen später viel Ärger und Geld. Das gilt vor allem für die Elektroinstallation, TV und Internet Anschlüsse.
Lieben Sie Sauna, haben aber kein Geld dafür? Legen Sie fest, wo und wie sie kommen könnte. Vielleicht realisieren Sie Ihren Traum in ein paar Jahren. Dafür braucht man heute nur die Anschlüsse.
Planen Sie Platz für Ihre Waschmaschine ein! Eventuell eine Abstellkammer. Besonders Häuser ohne Keller brauchen solche extra Stauräume.
4.
Sie haben Ihre Planung fertig. Sie wissen, was Sie brauchen. Jetzt suchen Sie sich einen Architekten oder eine Baufirma aus. Sie können Ihre grobe Planung verschiedenen Anbietern zur Kalkulation weiter geben. Dann sind die Angebote in etwa vergleichbar. Wundern Sie sich nicht, wenn manche Architekten oder Baufirmen Ihr Projekt korrigieren/verändern wollen. Manchmal aus einem guten Grund, wie Statik oder Erfahrung, was funktioniert und was nicht. Denken Sie gut über die Anregungen nach. Je mehr Leute Sie ansprechen, desto besser wird Ihr Projekt. Fragen Sie Ihre Freunde oder Familie. Es ist eine sehr wichtige Phase, da alle Änderungen noch aufgenommen werden können und auf dem Papier nichts kosten.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Planung! Wenn das Projekt schlecht wird, wird das Haus nicht besser! Wenn Sie Probleme mit einer normalen Zeichnung haben, bitten Sie um eine 3D Visualisierung. Manchmal sehen Sie dann, wo die Sonne auf- und untergeht. Es wäre schön wenn der Architekt dabei die Schatten von anderen Gebäuden verarbeitet. So prüfen Sie die eventuelle Verschattung Ihres Dachs für eine Photovoltaikanlage. Sprechen Sie mit einem Innenarchitekten Ihres Vertrauens. Vielleicht kann er noch gute Ratschläge erteilen bevor die Planung abgeschlossen ist. Stellen Sie sich vor, wie Ihr tägliches Leben in dem Haus aussehen wird. Fehlt es an etwas? Fühlt sich das richtig gut an?
Schließlich haben Sie sich für einen Architekten / eine Baufirma entschieden.
Worauf wir dabei geachtet haben, schreibe ich im nächsten Post.
Es lohnt sich andere Bauherren, die von dem Unternehmen oder dem Architekten ein Haus haben bauen lassen zu kontaktieren.
Wenn alles passt, werden die Kosten des Bauvorhabens zusammen gerechnet. Nicht nur das Haus, auch das Baugrundstück, die Erschließungskosten, Erdarbeiten, Fundamente (Keller oder Bodenplatte), das Haus, eine Photovoltaikanlage, Solarkollektoren, eine Garage, die Außenanlagen (Einfahrt, Terrasse, Zaun, Garten etc).
Sie dürfen nicht vergessen, dass Sie noch zusätzlich Notar- und Steuerkosten zu bezahlen haben, auch eine Zeit lang die doppelte Belastung aus Miete und Kreditraten tragen.
5.
Zum Schluss wird das geplante Gebäude für den KfW Standard und wenn gewünscht auch im PHPP vom Passivhausplaner berechnet. Die Hälfte der Kosten können Sie von der KfW Bank zurückbekommen.
6.
Ein spezieller Punkt für die Passivhaus Bauherren: lassen Sie Ihr Haus zertifizieren. Die Zertifizierung gibt Ihnen die Gewissheit, dass die Pläne und Berechnungen stimmen. Sie kostet um die 3.000 Euro und die Hälfte wird von der KfW Bank zurück erstattet. Wichtig: die Zertifizierung fängt vor dem Bauen an, indem die Baupläne überprüft und wenn nötig nachgebessert werden!
7.
Mit der Kostenzusammensetzung und dem KfW (und PHPP) Nachweis gehen Sie wieder zum Finanzberater.
Er berechnet die Kredithöhe und Rate mit aktuellem Zinssatz. Die Bank prüft jetzt Ihre Kreditwürdigkeit (Kontoauszüge, Lohnabrechnungen, Einnahmen, letzte Steuererklärung, Schufa).
Die KfW und PHPP Nachweise dienen der günstigen KfW Finanzierung (Nr. 153). Aktuell können Sie bis zu 100.000 Euro zum niedrigen Zinssatz bekommen sowie im Falle eines Passivhauses mit einer Photovoltaikanlage (KfW 40 +) bis zu 15.000 Euro Tilgungszuschuss.
Wenn der Finanzierungsbedarf hoch ist, wird das Wert des Hauses geschätzt.
Danach erhalten Sie ein Angebot von der Bank oder eine Absage. Im zweiten Fall wird eine andere Bank kontaktiert. Je mehr Banken absagen, desto schwieriger wird es.
Endlich ist Ihre Finanzierung gesichert.
8.
Sie kaufen das Grundstück beim Notar. Die Bank wird ins Grundbuch eingetragen.
9.
Sie machen eine Bemusterung und unterschreiben den Bauvertrag (legen Sie die Bauzeit fest und/oder legen Sie den Vertrag Ihrem Anwalt für Baurecht zur Überprüfung vor).
10.
Sie klären die Details ab, Ihre Garage, Außenanlagen sowie die Küche oder Photovoltaikanlage muss in der Planung berücksichtigt werden. Es wird die Baugenehmigung mit den ganzen Plänen beantragt. Sie kümmern sich um die Hausanschlüsse, Baustrom, Bauwasser usw.
11.
vielleicht suchen Sie noch einen Sachverständiger für die Baubegleitung (große Empfehlung von mir!)
12.
Endlich wird es gebaut!
Der ganze Vorgang dauert meistens viel länger als man denkt. Auch wenn Fertighäuser schnell gebaut werden, ihre sorgfältige Planung nimmt viel Zeit in Anspruch. Wir haben für all diese Punkte ein ganzes Jahr gebraucht.
Viel Erfolg 🍀👍
Mittwoch, 31. August 2016
Passivhaus
Das Passivhausstandard
Will man energetisch autark wohnen, kommt man an einem Passivhaus nicht vorbei.
Wenn ich unabhängig sein will, muss ich meinen Energieverbrauch senken, ohne mich groß einzuschränken. erst dann kann ich den übrigen Heiz- und Strombedarf von eigenem Dach decken, sonst wird es nicht funktionieren.
Es ist schon erstaunlich wie wenig der Passivhausstandard in Hessen nach 25 Jahren (!) verbreitet ist. Das Passivhaus Institut in Darmstadt ist gleich um die Ecke.
Die Idee finde ich gut. Die Häuser wurden in Langzeitstudien sehr ausführlich getestet. Mit einem sehr guten Ergebnis! Trotzdem kann sich das Passivhaus nur mit großer Mühe durchsetzen. Warum ist das so?
Ich glaube, das Institut hat eine schlechte PR.
Z.B. wenn die Amerikaner sich etwas tolles ausdenken, wissen sie ganz genau, wie man das Produkt unter die Menschen bringt.
Die Stadt New York fördert mittlerweile Passivhäuser. Es sollen Hochhäuser in dem Standard entstehen.
Auf der letzten Passivhausmesse in Darmstadt gab es viele Gäste aus China. Es ist wieder eine gute deutsche Technologie, die in Asien Abnehmer findet.
Die Stadt Brüssel organisiert jedes Jahr eine Passivhausmesse. Der Eintritt ist frei. An einem Wochenende gibt es den ganzen Tag Vorträge für die potenziellen Bauherren. Das Interesse ist größer als in Darmstadt.
Ein Passivhaus ist ein tolles Produkt.
1. Es verbraucht bis zu 10 mal weniger Heizenergie als die Althäuser. Es ist wie ein Tausch der alten Glühbirne gegen die neue LED Lampe. Gut, es kostet etwas mehr und sieht etwas anders aus. Es spart aber viel Energie, ohne auf das Komfort zu verzichten.
2. Eine Lüftungsanlage mit Filter und Wärmerückgewinnung ist ein Segen für Allergiker. Sie muss natürlich gut geplant sein, sonst gibt es trockene Luft und Luftgeräusche. Trotzdem darf man die Fenster öffnen!! Viele Bewohner sehen aber keinen Grund dazu. Es gibt immer frische Luft zu Hause. Keine druckende Feuchte, keine Kopfschmerzen, kein Staub von draußen, keine Mücken oder Lärm.
3. Was mich persönlich noch mehr überzeugt, ist die Tatsache, dass die Passivhäuser viel langsamer altern. Die Bausubstanz hält viel länger durch ohne größere Bauschäden.
warum ist das so?
Die meisten Bauschäden entstehen durchs Wasser, und zwar in jedem Aggregatzustand. Druckendes Wasser kommt von unten in den Keller, Dampf in der Decke, kondensiertes Wasser am Baumaterial in den Ecken. Der Schimmel und andere Bauschäden resultieren daraus.
Ein Passivhaus wird gut geplant und sorgfältig ausgeführt. Es ist luftdicht, damit das Wasser nicht kondensieren kann. Die Lüftungsanlage saugt die überschüssige Feuchte ab. Die Bausubstanz bleibt viel länger trocken. Die trockene Isolationsschicht kann ihre Aufgabe erfüllen. Die Instandhaltungskosten sind somit viel geringer.
Jedes Haus kostet viel Geld. Manche kosten noch mehr. Das Geld muss gut angelegt sein.
Das große Drama ist nicht dann, wenn das Bauen 20.000 Euro mehr kostet, sondern dann, wenn es Mängel gibt und das neue Haus muss zu wesentlich höheren Kosten renoviert werden.
Wenn man die Fehler in der Planung, auf der Baustelle nicht mehr beseitigen kann.
Ein Passivhaus wird von drei Leuten geplant: dem Architekten, Planer und Zertifizierer.
Heißt das, gibt es keine Fehler auf der Passivhausbaustelle? Natürlich nicht. Ein Risiko tritt sogar nur bei Passivhäuser auf. Wenn die kleine Heizungsanlage exakt auf ein Passivhaus zugeschnitten ist, und es entsteht aber aus anderen Gründen/Fehlern kein echtes Passivhaus, könnte es dazu führen, dass man das Haus nicht richtig warm bekommt. Wenn die Wärmepumpe viel mehr Energie verbrauchen muss, weil das Haus die Angaben nicht erfüllt, können die Heizkosten ziemlich schnell steigen. Daher: Augen auf bei dem Hausbau!!
4. Mit einer Wärmepumpe und einer Photovoltaikanlage (einem kleinen Windrad) samt Speicher ist man fast unabhängig von den fossilen Brennstoffen. Kein Brennkessel - kein Schornstein - kein Schornsteinfeger. Die Brandgefahr sinkt. Der Weg zur Autonomie ist viel einfacher.
Das einzige Problem, was bleibt, ist der Wasserverbrauch. Um das Wasser zu sparen, müsste man leider auf die Regendusche verzichten. Es ist aber möglich, aus dem Abfluss die Wärme zurück zu gewinnen.
Das Passivhaus wird weiter entwickelt. Jedes Jahr kommen neue, moderne und umweltfreundlichere Lösungen auf den Markt. Das Passivhaus Institut ist eine renommierte Platform für die Innovationen in der Baubranche geworden.
Allein für diese Revolution, für die Modernisierung des Bauwesens bin ich Prof. W. Feist sehr dankbar.
Will man energetisch autark wohnen, kommt man an einem Passivhaus nicht vorbei.
Wenn ich unabhängig sein will, muss ich meinen Energieverbrauch senken, ohne mich groß einzuschränken. erst dann kann ich den übrigen Heiz- und Strombedarf von eigenem Dach decken, sonst wird es nicht funktionieren.
Es ist schon erstaunlich wie wenig der Passivhausstandard in Hessen nach 25 Jahren (!) verbreitet ist. Das Passivhaus Institut in Darmstadt ist gleich um die Ecke.
Die Idee finde ich gut. Die Häuser wurden in Langzeitstudien sehr ausführlich getestet. Mit einem sehr guten Ergebnis! Trotzdem kann sich das Passivhaus nur mit großer Mühe durchsetzen. Warum ist das so?
Ich glaube, das Institut hat eine schlechte PR.
Z.B. wenn die Amerikaner sich etwas tolles ausdenken, wissen sie ganz genau, wie man das Produkt unter die Menschen bringt.
Die Stadt New York fördert mittlerweile Passivhäuser. Es sollen Hochhäuser in dem Standard entstehen.
Auf der letzten Passivhausmesse in Darmstadt gab es viele Gäste aus China. Es ist wieder eine gute deutsche Technologie, die in Asien Abnehmer findet.
Die Stadt Brüssel organisiert jedes Jahr eine Passivhausmesse. Der Eintritt ist frei. An einem Wochenende gibt es den ganzen Tag Vorträge für die potenziellen Bauherren. Das Interesse ist größer als in Darmstadt.
Ein Passivhaus ist ein tolles Produkt.
1. Es verbraucht bis zu 10 mal weniger Heizenergie als die Althäuser. Es ist wie ein Tausch der alten Glühbirne gegen die neue LED Lampe. Gut, es kostet etwas mehr und sieht etwas anders aus. Es spart aber viel Energie, ohne auf das Komfort zu verzichten.
2. Eine Lüftungsanlage mit Filter und Wärmerückgewinnung ist ein Segen für Allergiker. Sie muss natürlich gut geplant sein, sonst gibt es trockene Luft und Luftgeräusche. Trotzdem darf man die Fenster öffnen!! Viele Bewohner sehen aber keinen Grund dazu. Es gibt immer frische Luft zu Hause. Keine druckende Feuchte, keine Kopfschmerzen, kein Staub von draußen, keine Mücken oder Lärm.
3. Was mich persönlich noch mehr überzeugt, ist die Tatsache, dass die Passivhäuser viel langsamer altern. Die Bausubstanz hält viel länger durch ohne größere Bauschäden.
warum ist das so?
Die meisten Bauschäden entstehen durchs Wasser, und zwar in jedem Aggregatzustand. Druckendes Wasser kommt von unten in den Keller, Dampf in der Decke, kondensiertes Wasser am Baumaterial in den Ecken. Der Schimmel und andere Bauschäden resultieren daraus.
Ein Passivhaus wird gut geplant und sorgfältig ausgeführt. Es ist luftdicht, damit das Wasser nicht kondensieren kann. Die Lüftungsanlage saugt die überschüssige Feuchte ab. Die Bausubstanz bleibt viel länger trocken. Die trockene Isolationsschicht kann ihre Aufgabe erfüllen. Die Instandhaltungskosten sind somit viel geringer.
Jedes Haus kostet viel Geld. Manche kosten noch mehr. Das Geld muss gut angelegt sein.
Das große Drama ist nicht dann, wenn das Bauen 20.000 Euro mehr kostet, sondern dann, wenn es Mängel gibt und das neue Haus muss zu wesentlich höheren Kosten renoviert werden.
Wenn man die Fehler in der Planung, auf der Baustelle nicht mehr beseitigen kann.
Ein Passivhaus wird von drei Leuten geplant: dem Architekten, Planer und Zertifizierer.
Heißt das, gibt es keine Fehler auf der Passivhausbaustelle? Natürlich nicht. Ein Risiko tritt sogar nur bei Passivhäuser auf. Wenn die kleine Heizungsanlage exakt auf ein Passivhaus zugeschnitten ist, und es entsteht aber aus anderen Gründen/Fehlern kein echtes Passivhaus, könnte es dazu führen, dass man das Haus nicht richtig warm bekommt. Wenn die Wärmepumpe viel mehr Energie verbrauchen muss, weil das Haus die Angaben nicht erfüllt, können die Heizkosten ziemlich schnell steigen. Daher: Augen auf bei dem Hausbau!!
4. Mit einer Wärmepumpe und einer Photovoltaikanlage (einem kleinen Windrad) samt Speicher ist man fast unabhängig von den fossilen Brennstoffen. Kein Brennkessel - kein Schornstein - kein Schornsteinfeger. Die Brandgefahr sinkt. Der Weg zur Autonomie ist viel einfacher.
Das einzige Problem, was bleibt, ist der Wasserverbrauch. Um das Wasser zu sparen, müsste man leider auf die Regendusche verzichten. Es ist aber möglich, aus dem Abfluss die Wärme zurück zu gewinnen.
Das Passivhaus wird weiter entwickelt. Jedes Jahr kommen neue, moderne und umweltfreundlichere Lösungen auf den Markt. Das Passivhaus Institut ist eine renommierte Platform für die Innovationen in der Baubranche geworden.
Allein für diese Revolution, für die Modernisierung des Bauwesens bin ich Prof. W. Feist sehr dankbar.
Dienstag, 30. August 2016
Grundstück
Das Baugrundstück
ist das Problem Nummer 1, wenn man nicht weit weg von einer Großstadt wohnen will.
In Frankfurt am Main gab es ein schönes Grundstück für 600.000 Euro. Viel zu teuer für uns.
In Egelsbach konnten wir uns auf eine Warteliste eintragen. Wir bekamen die Nummer 826, für 40 Grundstücke :(
In Offenbach hätten wir noch bis zum Winter auf eine Bestätigung warten müssen.
Gelnhausen war uns zu weit.
Hoch im Taunus ist zwar schön, aber vielleicht beschwerlich im Winter.
Westlich von Frankfurt gab es nichts.
Eins war klar. Man(n) muss täglich nach Frankfurt fahren. Lieber mit der Bahn.
Das Grundstück sollte nicht zu weit vom Bahnhof sein. Wir mussten schnell akzeptieren, dass wir ständig die Flugzeuge sehen werden.
Als wir das erste Mal die Musterhausausstellung in Bad Vilbel besuchten, fiel uns auf, dass die Hausverkäufer dort auf Bauherren mit Grundstücken warten.
Dort erfuhren wir, wo es neue Baugebiete gibt.
Eins davon ist in Nidderau. In der Neuen Stadtmitte in Nidderau dürfen nur Passivhäuser gebaut werden.
Das trifft sich gut. Wir wollten ja ein Passivhaus bauen. Heute denken wir: hätte die Stadt den Passivhausstandard nicht eingeführt, wären die Grundstücke wahrscheinlich schon alle weg.
Wir hatten Glück, weil wir nicht aus der Gegend kommen und erst vor kurzem nach Hessen gezogen sind.
Die Grundstückspreise da sind hoch, aber niedriger als die in Offenbach oder Egelsbach.
Die Rotation bei der Reservierung ist immer noch groß.
Die Lage gefällt uns sehr gut. Eine kleine Stadt mit guter Bahnverbindung nach Frankfurt. Ein Stadtzentrum ohne Großstadtverkehr. In der Nähe gibt es ein neues Einkaufszentrum, Kino, Schwimmbad, Schule, Kitas, Rathaus, was will man mehr?
Für eine Passivhaussiedlung könnten die Grundstücke besser geschnitten sein, so wie etwa in Hannover Zero Park.
Die Entscheidung fiel auf 460 m2. Es ist nicht viel, aber eben genug für uns.
Langsam treffen wir dort andere netten Bauherren. Wir hoffen auf eine lange, schöne Zeit in Nidderau.
Demnächst: wie haben wir unsere Baufirma gefunden.
ist das Problem Nummer 1, wenn man nicht weit weg von einer Großstadt wohnen will.
In Frankfurt am Main gab es ein schönes Grundstück für 600.000 Euro. Viel zu teuer für uns.
In Egelsbach konnten wir uns auf eine Warteliste eintragen. Wir bekamen die Nummer 826, für 40 Grundstücke :(
In Offenbach hätten wir noch bis zum Winter auf eine Bestätigung warten müssen.
Gelnhausen war uns zu weit.
Hoch im Taunus ist zwar schön, aber vielleicht beschwerlich im Winter.
Westlich von Frankfurt gab es nichts.
Eins war klar. Man(n) muss täglich nach Frankfurt fahren. Lieber mit der Bahn.
Das Grundstück sollte nicht zu weit vom Bahnhof sein. Wir mussten schnell akzeptieren, dass wir ständig die Flugzeuge sehen werden.
Als wir das erste Mal die Musterhausausstellung in Bad Vilbel besuchten, fiel uns auf, dass die Hausverkäufer dort auf Bauherren mit Grundstücken warten.
Dort erfuhren wir, wo es neue Baugebiete gibt.
Eins davon ist in Nidderau. In der Neuen Stadtmitte in Nidderau dürfen nur Passivhäuser gebaut werden.
Das trifft sich gut. Wir wollten ja ein Passivhaus bauen. Heute denken wir: hätte die Stadt den Passivhausstandard nicht eingeführt, wären die Grundstücke wahrscheinlich schon alle weg.
Wir hatten Glück, weil wir nicht aus der Gegend kommen und erst vor kurzem nach Hessen gezogen sind.
Die Grundstückspreise da sind hoch, aber niedriger als die in Offenbach oder Egelsbach.
Die Rotation bei der Reservierung ist immer noch groß.
Die Lage gefällt uns sehr gut. Eine kleine Stadt mit guter Bahnverbindung nach Frankfurt. Ein Stadtzentrum ohne Großstadtverkehr. In der Nähe gibt es ein neues Einkaufszentrum, Kino, Schwimmbad, Schule, Kitas, Rathaus, was will man mehr?
Für eine Passivhaussiedlung könnten die Grundstücke besser geschnitten sein, so wie etwa in Hannover Zero Park.
Die Entscheidung fiel auf 460 m2. Es ist nicht viel, aber eben genug für uns.
Langsam treffen wir dort andere netten Bauherren. Wir hoffen auf eine lange, schöne Zeit in Nidderau.
Demnächst: wie haben wir unsere Baufirma gefunden.
Mittwoch, 10. August 2016
Vorplanung
Wir hätten am liebsten ein Bungalow gebaut. Ein Haus ohne Treppe.
Im Großraum Frankfurt, wo es an Grundstücken mangelt, wäre ein großes Baugrundstück für uns viel zu teuer gewesen.
Im Großraum Frankfurt, wo es an Grundstücken mangelt, wäre ein großes Baugrundstück für uns viel zu teuer gewesen.
Gut, um die Dachschrägen im Obergeschoß zu vermeiden und somit am Raum zu gewinnen, sollten zwei Vollgeschosse entstehen.
Eine Familie braucht viel Stauraum. Wenn man ein Haus ohne Keller baut, muss man entsprechende Räume einplanen. Ich wollte keinen Keller aus Kostengründen. Dazu kommt dass die meisten Hausprobleme im Keller oder im Dachstuhl entstehen. Mein Mann wird den Keller bestimmt vermissen. Dafür bekommen wir eine längere Garage, die auch als Gartenhaus dienen wird sowie Stauraum im Dachgeschoss.
Ich bin vom Passivhausstandard überzeugt. Ich sehe das Haus als eine Chance für unsere Zukunft. Ein Haus soll nicht unnötig zu viele Unterhaltskosten generieren. Es ist eine Investition in die eigene Gesundheit (durch die Lüftungsanlage), in die Umwelt (kein Verbrennungsoffen). Vor allem wird ein Passivhaus dazu beitragen, dass wir unseren Kredit leichter abbezahlen können. Durch die niedrigen Heizkosten wird die finanzielle Sicherheit unterstützt. Man kann natürlich darüber streiten, ob der finanzielle Mehraufwand für ein Passivhaus sich lohnt oder nicht. Wir werden es sehen und darüber berichten :-)
Die Autarkie ist heute das Thema schlechthin. Jeder will unabhängig sein.
Natürlich werden wir nie völlig autark leben können. Wir werden weiterhin Lebensmittel und Kleider dazu kaufen müssen.
In Deutschland darf man keinen Wasserbrunnen bohren und sich eine Kläranlage im Garten einbauen. Im Ausland ist es möglich und manchmal sogar notwendig, wenn die Infrastruktur schlecht entwickelt ist.
In Deutschland darf man keinen Wasserbrunnen bohren und sich eine Kläranlage im Garten einbauen. Im Ausland ist es möglich und manchmal sogar notwendig, wenn die Infrastruktur schlecht entwickelt ist.
Was bleibt also: die energetische Autarkie. Sie ist mit Strom leichter zu erreichen als mit den fossilen Brennstoffen, wenn man keinen Wald zur Abholzung zur Verfügung hat.
Was braucht man dazu? Natürlich eine große Photovoltaikanlage. Bei einer guten Lage hätten wir noch zwei kleine Windräder einplanen können. Leider wird das Haus nicht an der Küste gebaut. Die Module werden mit einem guten Speicher verbunden, der seinerseits mit der Wärmepumpe. Das warme Wasser dient auch als Wärmespeicher und hilft die Kosten zu senken.
Wieso soll die Anlage groß sein?
Ich glaube an Elektromobilität. In ein paar Jahren werden die Elektroautos wahrscheinlich billiger sein als Benziner und Dieselautos. Es ist nur eine Frage der Zeit.
Wenn es soweit ist, kann man das Auto mit seinem eigenen Sonnenstrom laden.
Unter dem Strich decken wir dann den Löwenanteil an Energie ab, das heißt Hauswärme, Strom und Autoladen vom eigenem Hausdach.
Das wiederum lohnt sich wirklich. Es ist die beste Altersvorsorge.
Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt.
Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt.
Warum ein Haus?
Warum ein Haus bauen?
Als wir 5 Jahre lang im Ausland gewohnt haben, konnten wir nur ein Haus mieten.
Als Mieter ist man flexibel, man kann schnell den Job wechseln und umziehen.
Später kommen die Kinder dazu und es entsteht der Wunsch sesshaft zu werden.
Da wir einen großen Hund haben und die Kinder auch mal im Garten spielen sollten, haben wir uns ein Haus gewünscht. Erst mussten wir zurück nach Deutschland umziehen, dann das geeignete Grundstück und eine gute Baufirma finden.
Warum kein Altbau?
Bestandsimmobilien sind gut, wenn die Lage und der Preis stimmen. Man sollte allerdings nie den finanziellen und zeitlichen Renovierungsaufwand unterschätzen. Ist man handwerklich begabt, kann man womöglich viel Geld sparen. Wir sind es nicht. Für uns wäre ein altes Haus wie ein Überraschungsei. Und manche Sachen kann man schwer nachbessern, wie die Fundamentenisolierung.
Willkommen
Hallo und herzlich willkommen auf unserem Baublog!
Danke für Euren Besuch 😊
Wir warten auf Fragen, Kommentare und Anregungen von Euch.
Wir stellen uns kurz vor.
Wir sind eine kleine Familie: Eltern, zwei Kinder und ein Hund.
Demnächst soll unser Haus entstehen.
Der Weg dahin war länger als wir dachten, aber das große Abenteuer Bauen steht jetzt unmittelbar bevor!
Natürlich will jeder seinen Platz haben, für sich und seine Familie. Ein Haus oder eine Wohnung soll gemütlich, aber nicht zu klein sein. Auch nicht zu groß, um die Kosten in den Grenzen zu halten.
Als wir uns entschieden haben zu bauen, haben wir im Internet nach Informationen gesucht.
Die Fachliteratur, aber auch Baublogs von Bauherren mit ihren guten und schlechten Erfahrungen waren für uns eine wichtige Informationsquelle.
Man will ja alles richtig machen!
Im Blog möchten wir die Bauzeit unseres Hauses festhalten.
Ich sehe das Haus, etwas nüchtern gesagt, als ein Produkt. Es hat bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Damit das funktioniert, muss man sich im Klaren sein, was uns wichtig ist.
Unsere Liste war lang:
Danke für Euren Besuch 😊
Wir warten auf Fragen, Kommentare und Anregungen von Euch.
Wir stellen uns kurz vor.
Wir sind eine kleine Familie: Eltern, zwei Kinder und ein Hund.
Demnächst soll unser Haus entstehen.
Der Weg dahin war länger als wir dachten, aber das große Abenteuer Bauen steht jetzt unmittelbar bevor!
Natürlich will jeder seinen Platz haben, für sich und seine Familie. Ein Haus oder eine Wohnung soll gemütlich, aber nicht zu klein sein. Auch nicht zu groß, um die Kosten in den Grenzen zu halten.
Die Fachliteratur, aber auch Baublogs von Bauherren mit ihren guten und schlechten Erfahrungen waren für uns eine wichtige Informationsquelle.
Man will ja alles richtig machen!
Im Blog möchten wir die Bauzeit unseres Hauses festhalten.
Ich sehe das Haus, etwas nüchtern gesagt, als ein Produkt. Es hat bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Damit das funktioniert, muss man sich im Klaren sein, was uns wichtig ist.
Unsere Liste war lang:
- ein Haus und keine Wohnung
- Neubau
- obwohl wir Bungalows toll finden (keine Treppe), haben wir uns für zwei Vollgeschoße entschieden
- für 4 Personen finden wir etwa 150 m2 ausreichend
- ohne Keller
- mit Garage
- ein Passivhaus
- mit Lüftungsanlage
- Wärmepumpe mit Fußbodenheizung
- Photovoltaik samt Speicher
- inteligente Steuerung
- großes Wohnzimmer mit offener Küche
- kein Kamin, kein Schornstein
- Option fürs Alter: die Möglichkeit ein Zimmer unten zu errichten, dazu ein Duschbad unten
- kurze Bauzeit
- niedrige Unterhaltskosten
- autark leben
Ich beschreibe die einzelnen Punkte und unseren Weg dahin.
Ob es funktionieren wird, wissen wir noch nicht.
Drück uns die Daumen!
Bis später,
Marta
PS
es war nicht leicht ein einfaches Bild vom Haus ohne Schornstein zu finden 😉
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